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Familienname Penterling

Widrige Lebensumstände unserer Ahnen führten zu Umsiedlungen und Auswanderungen, wodurch sich die Schreibweise des Familiennamens Penterling in den zurückliegenden Jahrhunderten mehrfach änderte.
Der Familienname Penterling lässt sich  bis ca. Anfang des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen, wobei der Familienname wie angeführt, sprachlich bzw. auch mundartbedingt unterschiedlich festgehalten wurde.
Entsprechend der unterschiedlichen Sprachen und Mundarten wurde der Familienname Penterling auch als Benderling, Penterlin, Penderl, oder ähnlich in historischen Kirchenbüchern/Einwohner-/Landesverzeichnissen vermerkt.
Ältere böhmische Kirchenbücher sind oftmals in Altdeutsch verfasst.
Je nach Handschrift des Verfassers oftmals gerade noch lesbar,  wird es dagegen aus noch früheren Zeiten, mit lateinische handschriftlichen Vermerken oder gar in tschechischer Sprache handschriftlich verfasst, außerordentlich schwierig , die Eintragungen zu entziffern.

Aus familiärer Überlieferung ist bekannt, dass sich ein Angehöriger, der den Beruf des Zimmermanns ausübte, in jungen Jahren auf  die Walz, d.h. Wanderschaft, begab, und nach seiner Heimkehr davon berichtete, dass er im elsässischen Dorf Klingenmünster auf den Familienname Penterling gestoßen sei.

Dies lässt darauf schließen, dass bereits während der politisch unruhigen  Zeitspanne des 15. und 16. Jahrhunderts familiäre Abwanderungen aus dem Elsass erfolgten.
Bauern und Handwerker kämpften mehrfach gegen die weit verbreitet Leibeigenschaft an.
Ab Johann und Apollonia Penderl, beide am 30.Juli 1764 in Klingenbrunn in Niederbayern verstorben, Geburtsdatum unbekannt, lässt sich genealogisch zumindest annähernd der Zusammenhang der Verbreitung des heutigen Familiennamens Penterling verfolgen.

In früheren Zeiten war es absolut üblich den erstgeborenen Sohn, sowie die erstgeborene Tochter nach den väterlichen Großeltern zu benennen.
Die zweitgeborenen Söhne und Töchter wurden häufig nach den mütterlichen Großeltern benannt.
Somit lässt sich auch aus der zurückliegenden Namensgebung der Kinder und Kindeskinder eine gewisse Zugehörigkeit auf die jeweiligen Vorfahren ableiten.
Seinerzeit bestanden Verwandtschaftsverhältnisse zwischen gleichnamigen Familien die in  Niederbayern, Böhmen und Österreich lebten.
Im laufe der Zeit sind die Verwandtschaftsverhältnisse zum Familienname Penterling jedoch in Vergessenheit geraten.

Die politischen Verhältnisse, im sogenannten Dreiländereck, haben sich im Laufe der Jahrhunderte ähnlich wie im Gebiet der oberrheinischen Tiefebene, nicht nur während der  napoleonischen Kriegsführung, mehrfach verändert.
Die deutschsprachigen Ansiedlungen der oberrheinischen Tiefebene und des Dreiländerecks wurden durch vorgenommene Kriegshandlungen der amtierenden Fürstenhäuser recht häufig Brandschatzungen und Unterwerfungen ausgesetzt.
Wechselnde Zugehörigkeit, sowie den damit verbundenen Leibeigenschaften, zu den jeweiligen Fürstenhäusern brachten neben verordneten Richtungsänderungen der Glaubensgemeinschaft auch bittere Armut und ständige Frondienste mit sich, die in mehrfachen Bauernaufständen und Rebellionen mündeten, die letztlich allesamt niedergeschlagen wurden und Verfolgung/Folter und Hinrichtungen auslösten.
Grund genug mit Hoffnung auf besseres Leben auszuwandern. Wer sich allerdings in Leibeigenschaft befand hatte es schwer sich freizukaufen.
Den Habsburgern waren bis 1781 auch Leibeigene im württembergischen Rheinfelden unterstellt.

Nachdem in Böhmen die Leibeigenschaft 1781 durch den Habsburger Joseph den II abgeschafft und Einwanderungswilligen eigenes Land, sowie freies Leben versprochen wurde, wanderten auch viele Handwerker- und Bauernfamilien aus der oberrheinischen Tiefebene in das damals entvölkerte, aber fruchtbare und wildreiche Böhmen ab, wo jedoch periodisch erneut ähnliche politische Zustände wie in der alten Heimat aufkamen.
Sich daraus ergebende Grenzverschiebungen erbrachten wechselnde Zugehörigkeiten zu Niederbayern, Böhmen, Österreich / Österreich Ungarn bzw. mitunter auch zu Frankreich.
Trotz aller Lebens-Unbillen gelang es innerhalb der Völkergemeinschaften innerhalb von Friedenszeiten blühende Landschaften und Wohlstand zu schaffen.

Segelschiff
die neue Freiheit nutzend nach Amerika

Mehrfach sind Familienzugehörige auch in die neue Welt ausgewandert.
Joseph Benderling, geb. 28. Feb 1818 in Neuofen, Boehmen, ist am  04. Jul 1889 in Oshkosh, Wisconsin, Winneboga County verstorben.
Carl Johann  Benderling, geb. 28. Jan 1855 in Hirschbergen, Boehmen, der Ort liegt unweit von Neuofen, ist am 06. Sep 1928 ebenfalls in Oshkosh verstorben.

Carl Johann Penterling,  heiratete 1883 Theresia Schröder, geb. Mai 1858 in Böhmen, gest. 10. Dezember 1919 und hinterließ die Kinder Anna, Charles, John, Mary,  Sabina, Theresia und Frank.

Blankenloch

Nach Ende des 2. Weltkrieges(1945), wurden die in Böhmen verblieben Nachkommen vom Schicksal eingeholt, und 1946 aus ihren Anwesen, in Hirschbergen, Oiberg, Neuofen und Neuhäuser gelegen, vertrieben und ihres Besitzstandes beraubt.
Wer versuchte, mehr als 50 Kg Leibwäsche oder gar Wertsachen mit sich zu führen, wurde an Ort und Stelle hingerichtet.
Im Zuge der sogenannten wilden Vertreibung kehrten überlebende Familienmitglieder auch in die oberrheinische Tiefebene zurück und wurden in Blankenloch, damals ein kleiner Vorort der baden-württembergischen Großstadt Karlsruhe, wieder sesshaft.

 

Pékná(Schönau),  heute Činov, ein OT von Stružná / Giesshübl, liegt an einem bewaldeten Hang am Südwestrand des Duppauer Gebirges.
Die Häuser der vertriebenen Bewohner der Ortschaften Nova Pek (Neuofen), Nové Chalupy (Neuhäuser) und Pékná(Schönau), sowie Jelení vrchy (Hirschbergen) verblieben überwiegend leerstehend,  wurden mit der Zeit zerstört oder abgetragen.
Nach familiärer Überlieferung bestehen die bis 1946 im Familienbesitz befindlichen in Oiberg bei Neuofen und Neuhäuser gelegenen Anwesen nicht mehr.
Die ehemals deutschböhmischen Orte Schönau Neuofen/Neuhäuser grenzen derzeit an militärisches Sperrgebiet.
An einer genealogischen Namensauflistung der Zugehörigkeit zum Familienname Penterling aufsteigend ab 1723   wird noch gearbeitet.